November 2018: Kleist-Museum

Veranstaltungen im Kleist-Museum und anderswo


Bei Veranstaltungen, die nicht im Kleist-Museum stattfinden, ist der Ort neben der Datumsangabe vermerkt!

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Dienstag, 6. November, 17 Uhr

Salon Kleist

Der wiederentdeckte Gaudy

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Der in Frankfurt an der Oder geborene, zu seiner Zeit sehr bekannte, heute aber nahezu vergessene Dichter Franz Freiherr Gaudy (1800-1840) wurde am 9.2.1840 auf dem Friedhof vor dem Halle-schen Tor, heute Friedhof I der Jerusalems- und neuen Kirchengemeinde in Berlin, begraben. Der Grabstein war verschwunden, die Grabstätte unkenntlich überwachsen, auch der Friedhofsverwal-tung unbekannt. Doris Fouquet-Plümacher hat die Grabstätte nachgewiesen, die dann wieder her-gerichtet und mit einem neuen Kissenstein bezeichnet werden konnte. Ein Bericht über Gaudy redivivus.
Eintritt: 5 Euro, erm. 3 Euro, inkl. Salontee und Gebäck. _________________________________________________________________________
Mittwoch, 7. November, 16 Uhr

Rätsel. Kämpfe. Brüche.

Die Kleist-Ausstellung Mittwochsführung

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Jeden 1. Mittwoch im Monat laden wir zu einer öffentlichen Führung durch die Dauerausstellung des Kleist-Museums ein. Eintritt: 5 Euro, erm. 3 Euro _________________________________________________________________________
Freitag, 9. November, 19 Uhr

Konzertlesung

Die Leidenschaft des Reisens. La pasión des viajar
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Reise als Lebensspender, als Sinnbild für intellektuelle Entwicklung, als Symbol für Forschungs-geist, als Wegbereiter für den Fortschritt. Gemeinsam mit vier großen Persönlichkeiten des 18. und 19. Jahrhunderts aus Deutschland, Spanien und Russland, die die Welt mit ihren Passionen und
Visionen bewegt und verändert haben, führt die Konzertlesung auf eine inspirierende musikalische Reise! Mit Texten von José Clavijo y Fajardo, Alexander von Humboldt, Agustin de Betancourt y Molina und Iwan Aiwasowskij und Musik von Rodriguez Martin, Felix Mendelssohn, Gian Carlo
Menotti, Sergej Rachmaninov. Mit Ciró Miró (Sprecher), Iya Zhmaeva (Violine), Ayoze Nicolas Rodriguez Martin (Klarinette), Natalija Nikolayeva (Klavier).
Eintritt: 8 Euro, erm. 6 Euro
Eine Veranstaltung von Canarias en Europe in Zusammenarbeit mit dem Kleist-Museum. _________________________________________________________________________
Dienstag, 13. November, 12.30 Uhr

Kulturelle Bildung

Start INISEK Programm 2018/2019
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Auch in diesem Schuljahr starten wir ein Kooperationsprojekt mit der Ulrich-von-Hutten-Oberschule. Im Mittelpunkt der drei Veranstaltungen für alle Schüler*innen der 7. Klassen stehen Kleists Biografie, seine Texte und sein Sprachtalent. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich inspirieren lassen und selbst Kleist’sche Worte neu komponieren und im hier im Museum erlernten Druckverfahren T-Shirts gestalten.
Geschlossene Veranstaltung! Gefördert durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg. _________________________________________________________________________
Donnerstag, 15. November, 9.30 Uhr
Internationales Bilderbuchfestival Brandenburg

Bienen, Bären, Bäume. Workshop mit dem Zeichner und Illustrator Piotr Socha

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Spätestens seit der Auszeichnung mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 ist der Sohn eines Imkers kein Geheimtipp mehr in der Bilderbuchszene. Seine Sachbücher sind fabelhaft illustrierte Gesamtkunstwerke im XL-Format. Die Teilnehmer*innen begegnen nicht nur dem Künstler, son-dern probieren auch seine Arbeitsweisen aus. Ein zweisprachiger Workshop für Oberschüler*innen mit dem polnischen Illustrator Piotr Socha und der Übersetzerin Urszula Czerska.
Geschlossene Veranstaltung!

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Donnerstag, 15. November, 18 Uhr
Szenische Lesung und Gespräch

Bruno Schulz: Die Zimtläden

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Lesezyklus – Lektury ist ein Projekt des Berliner Vereins ostPunkt e.V., dessen Ziel es ist, den aus dem polnischen Schulsystem gestrichenen oder gekürzten Klassikern der polnischen Literatur Gehör zu verschaffen – sie zu lesen und zu diskutieren. Die Lesung widmet sich Bruno Schulz und seinem Werk. In den Zimtläden nimmt Schulz seine Leser mit auf eine phantasievolle Reise in die versunkene Welt des galizischen Schtetls und seiner Bewohner. Die Schauspielerinnen Eliza Natalia Fort und Dominika Otlewska-Dräger setzen unter der Regie von Hans-Jürgen Hannemann den Roman in Szene, den musikalischen Rahmen gestaltet Mustafa Eldino. In der anschließenden Diskussion sprechen Brigitta Helbig-Mischewski und Lothar Quinkenstein u.a. über die Rezeption des Werkes in Deutschland und Polen und die aktuelle politische Lage.
Eintritt frei!
Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt und wird simultan ins Polnische übersetzt. Ein Projekt von ostPunkt e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kleist-Museum. Gefördert von der Bundes-zentrale für politische Bildung.

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Freitag, 16. November, 10 Uhr
Kulturelle Bildung

15. Bundesweiter Vorlesetag

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Ganz in der Tradition unseres Hauses liest die Direktorin Hannah Lotte Lund, diesmal in Beglei-tung vom Vorstandsmitglied unseres Trägervereins, Thomas Schneider, für die KITA-Kinder unse-rer Nachbarschaft vor. Die „Oderknirpse“ kommen ins Museum und hören „Lieblingsgeschichten“. Grit Wellmer, Bibliothekarin im Kleist-Museum, liest für Grundschüler*innen in Fürstenwalde.
Der Vorlesetag ist eine Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung. _________________________________________________________________________

Dienstag, 20. November, 16 Uhr
Geschichtennachmittag

Kleist auf Arabisch

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Für drei Monate ist Nora Amin Sayed Abdrabo, Postgradualstudentin der Germanistik und Deutsch-lehrerin aus Kairo, im Rahmen des UNESCO-Projektes „Freiwilligendienst kulturweit“ Hospitantin im Kleist-Museum. Zum Abschluss ihres Aufenthaltes erzählt Nora Amin Heinrich von Kleists Zerbrochnen Krug auf Arabisch für Kinder und Erwachsene nach. Lassen Sie sich überraschen von dem ersten Kleist-Stück in arabischer Sprache im Kleist-Museum. Eintritt frei! _________________________________________________________________________

Donnerstag / Freitag, 22. und 23. November
Workshop

Kleist in vielen Zungen. Literatur übersetzen?

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Was passiert eigentlich mit literarischen Texten, wenn sie von einer Sprache in eine andere Sprache übertragen, hinüber getragen werden? Verdeckt die Zielsprache die fremden sprachlichen und kulturellen Normen oder hebt sie sie hervor? Darf, muss und kann ein Kleist‘scher Schachtelsatz überhaupt linear übersetzt werden? Diese Fragen diskutieren Studierende mit erfahrenen Kleist-Übersetzer*innen, um anschließend die Theorie in der Praxis zu erproben: Gemeinsam übertragen sie eine Anekdote Kleists ins Polnische, Spanische und Englische.
Geschlossene Veranstaltung! Ein Projekt im Rahmen des Themenjahres Kulturland Brandenburg 2018 „wir erben. Europa in Brandenburg-Brandenburg in Europa“ in Kooperation mit der Europa-Universität Viadrina.

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Freitag, 30. November, 18 Uhr
Lesungen und Gespräche

Nacht der Poesie
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Die Oderlandautor*innen laden zu einer Nacht der Poesie ein, in der dieses Mal überwiegend Prosa zu hören ist. In kurzen Geschichten erzählen sie von den Problemen des Alltags, von den Widrig-keiten und Schönheiten des Lebens der Menschen im Oderland. Mal besinnlich, mal ironisch, mal märchenhaft und mal schlaglichtartig tun sich den Zuhörern poetische Welten auf, die Einblick in unspektakuläre ebenso wie in ganz ungewöhnliche Schicksale geben. Die Autorinnen und Autoren tragen ihre Texte selbst vor, und auch in diesem Jahr wird die Veranstaltung von Harald Seyfarth und Wilfried Brummack musikalisch begleitet. In der Pause laden die Akteur*innen des Abends zu anregenden Gesprächen und einem kleinen Imbiss ein.
Eintritt frei! Eine Veranstaltung der Oderlandautor*innen, Zuhörer*innen sind herzlich willkommen!

Ausstellungen im Kleist-Museum

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noch bis 13. Januar 2019 „Durch Krieg und Miswachs“

Eine begehbare Rauminstallation zu Heinrich von Kleists Bettelweib von Locarno

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1810 in den Berliner Abendblättern erstmals veröffentlicht, ist das Bettelweib vordergründig eine Gespenstergeschichte: Eine Bettlerin erhält von einer Marquise Obdach in einem Zimmer, wird vom Marchese jedoch hinter den Ofen befohlen. Auf dem Weg dorthin stürzt sie und verletzt sich so schwer, dass sie stirbt. Als die Herr-schaften, in finanzielle Bedrängnis geraten, das Schloss verkaufen wollen, beginnt die Bettlerin am Orte ihres Todes zu spuken… Die Erzählung kann aber zugleich als vehemente Kritik am Adel und möglicherweise gar an den herrschenden Verhältnissen inter-pretiert werden. Theodor Fontane bemerkt jedoch in seinen Auf-zeichnungen 1872 trocken, als „moralische Erzählung“ könne die Geschichte nicht recht wirken, da „das begangene Unrecht viel zu klein sei.“ – Eine nach heutigen Maßstäben empörende Aussage? An Kleists Erzählung knüpfen sich bis heute intensive Debatten und ganz gegensätzliche Interpretationen: Ist es nur eine „Schauer-mär“ oder Ironie, nur moralische oder auch soziale Kritik? Und empören wir uns wirklich, wenn wir solch Unrecht heute sehen? Zu den Kleist-Festtagen 2018 Inszenierte Wirklichkeiten – nimmt eine Gast-Künstlerin Kleists Er-zählung von heute in den Blick, ohne das sprachliche „Inszenierungspotential“ des Dichters zu übersehen. Im ersten Teil fragt die Ausstellung nach den Wurzeln des Verständnisses der sozialen Verantwor-tung in der Kleist-Zeit und versucht gleichzeitig, eine Brücke zu schlagen zu einer heutigen Inter-pretation: Ist unsere Verantwortung für die Schwächeren der Gesellschaft durch das Sozialsystem des Staates und die viel beworbene „Corporate Social Responsibility“ der Unternehmen abgegol-ten? Oder was bedeutet soziale Verantwortung heute für jeden Einzelnen von uns? Im zweiten Teil wendet sich die Ausstellung dann dem Fantastischen in Kleists Erzählung zu, dem Dunklen, der angsterfüllten Frage: Wer da?! Die Ausstellung wird kuratiert von Judith Philipp, die als Szenografin einen ganz eigenen, räumlich-inhaltlichen Zugriff auf Kleists Erzählung wählt. Un-terstützt wird sie in der Umsetzung von DIE WERKEN, einem Berliner Büro für Raumkonzepte und Installationen.
Kuratorin: Judith Philipp

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Ständige Ausstellung:

RÄTSEL. KÄMPFE. BRÜCHE. DIE KLEIST-AUSSTELLUNG
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Wie kann eine Ausstellung ein Leben attraktiv präsentieren, das – außer einer Miniatur – keine anderen gegenständlichen Zeugnisse hinterließ als beschriebene Blätter? Welche Beziehung zwischen dem Dichter und seinem Werk soll hergestellt werden? Und wie stellt man eigentlich Literatur aus? – Die neue Dauerausstellung des Kleist-Museums geht das Wagnis ein, Leben und Werk Kleists getrennt zu präsentieren. Seine Dichtungen und Schriften werden unabhängig von ihren Entstehungskontexten betrachtet, der Fokus liegt zunächst auf den spezifischen Merkmalen der einzigartigen Sprache Kleists. Seine Werke werden unter vier thematischen Perspektiven „pur“, in auditiven Zitaten, vorgestellt. Die Ausstellung bietet keine vorgefertigten Bilder an, dadurch ermöglicht sie persönliche Zugänge zu Kleists Werk, die den individuellen Akt des Lesens spiegeln. Kleists Leben wird in seinem historischen Kontext präsentiert. Originalexponate, Nachbildungen und Rauminstallationen fassen die Lebensphasen Kleists in charakteristische Bilder und erschaffen eine sinnliche Dimension. Jeder Raum widmet sich einem biographischen Abschnitt: Herkunft und Offizierskarriere, naturwissenschaftliches Studium, Versuche als Dichter und Beamter, Schriftstellerexistenz, Tod. Brüche in der Lebensbahn, die die Selbstäußerungen Kleists nicht hinreichend erklären können, Kämpfe der literarischen Figuren in mehrdeutigen Textwelten: Kleists Leben und Werk stellen uns immer wieder vor Rätsel.
Kuratorin: Barbara Gribnitz Ausstellungsgestaltung: Arge Panatom und szenographie valentine koppenhöfer
Foto: Blick in die Ausstellung; © Anastasia Hermann, Waldemar Salesski, Berlin
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Ausstellungen anderswo
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noch bis 4. November, Lübben

Musenhöfe an Oder und Spree
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Die Ausstellung präsentiert die Orte literarischer Geselligkeit um 1800 abseits der großen Zentren. Zahlreiche „Salons“ und „Musenhöfe“ befanden sich um Oder und Spree. Hier trafen drei historische Regionen aufeinander: Brandenburg-Preußen, Schlesien und die damals noch sächsische Niederlausitz. Gutsherren wie Graf Finck von Finckenstein im preußischen Madlitz oder Ernst von Houwald im sächsischen Sellendorf hielten intensiven Kontakt zu den Geistesgrößen, Künst-ler*innen und Schriftsteller*innen ihrer Zeit und luden sie auf ihre Gutshöfe ein zur gepflegten Konversation, zu gemeinsa-mem Theaterspiel oder Musizieren. Grenzen wurden überschritten. Die Ausstellung Salons und Musenhöfe beiderseits der Oder, 2012 vom Kleist-Museum als deutsch-polnische Wanderausstellung konzipiert und 2015 um das Gebiet Niederschlesien ergänzt, bildet den Grundstock der Ausstellung. Für die Präsentation im Stadt- und Regionalmuseum Lübben wurde sie um den Blickwinkel aus der Niederlausitz erweitert.
Ort: Stadt- und Regionalmuseum Lübben Ernst-von-Houwald-Damm 14 15907 Lübben (Spreewald) Tel: 03546/187478 http://www.museum-luebben.de Eintritt: 4,50 Euro, erm. 2,50 Euro. Besichtigungszeiten: Mi bis So sowie an Feiertagen 10 bis 17 Uhr Eine gemeinsame Ausstellung von Kleist-Museum und Stadt- und Regionalmuseum Lübben.

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